Das jetzige Geläut der St.-Petri-Kirche umfasst nur noch zwei Glocken – ursprünglich waren es drei. Beschrieben hat sie Friedrich Winfrid Schubart 1896 in seinem Buch Die Glocken im Herzogtum Anhalt. Die große und die mittlere Glocke entgingen in beiden Weltkriegen der Beschlagnahme, weil sie zu alt und zu wertvoll waren: Für den Zweiten Weltkrieg liegt ein Bescheid vor, der beide in die Wertgruppe D einstuft – „Glocken von überragendem geschichtlichem und künstlerischem Wert“.

Das Geläut
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Die große Glocke
- Durchmesser
- 125 cm
- Schlagton
- f
- Entstehung
- vermutlich Ende 12. Jahrhundert
Dum resono Criste benedictus sit locus iste, Amen
„Wenn ich ertöne, Herre Christ, gib, dass der Ort gesegnet ist. Amen.“ Das Schriftband ist in Spiegelschrift ausgeführt. Die an Kursive erinnernde Schreibweise und das abschließende Amen lassen auf eine sehr frühe Entstehungszeit schließen.
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Die mittlere Glocke
- Durchmesser
- 118 cm
- Schlagton
- b
- Entstehung
- vermutlich 1212–1224
Ein breites, umlaufendes Schriftband mit einem Kranz von 13 bildlichen Darstellungen ziert den Hals der Glocke. Form und Größe der Bilder wechseln; acht davon finden sich ebenso auf der Glocke zu Görzig und auf dem Tragaltar der Merseburger Bischöfe.
Eine Darstellung zeigt ein Reitersiegel: einen Reiter mit gezogenem Schwert auf einem Pferd. Links oben stehen die Buchstaben TAO – laut Schubart möglicherweise die Anfangsbuchstaben des Theodericus von Pole, des vermutlichen Stifters, der urkundlich zwischen 1212 und 1224 erwähnt wurde. Ein weiteres Bild zeigt das von Struzsche Wappen: ein herzförmiges Feld mit zwei einander zugewandten Straußvögeln.
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Die kleine Glocke
- Durchmesser
- 45 cm
- Gegossen
- 1666
- Verstummt
- April 1942
Die Gemeinde zu Grena hat mich giessen lassen Ao 1666
Schubart schreibt, die dritte, kleinere Glocke eines unbekannten Gießers habe eine Treppe tiefer als die anderen in einem Schallloch gehangen. Ende des 19. Jahrhunderts konnte sie wegen eines längeren Risses nicht mehr geläutet werden. 1898 schaffte die Kirchengemeinde eine neue kleine Glocke an und gab die alte zum Einschmelzen. Die neue fiel im Ersten Weltkrieg der Beschlagnahme zum Opfer; da sie zu Kriegsende noch nicht eingeschmolzen war, konnte die Gemeinde sie zurückkaufen. Ihren Dienst leistete sie nicht mehr lange – ihr Läuten verstummte im April 1942, belegt durch eine Quittung vom 21. April 1942.


Der Turm, in dem die Glocken hängen – und der Glockenstuhl nach dem Wintersturm im Februar 2021, als Schnee bis in die Turmstube wehte.
Anmerkung: die Herren von Struze
Die Familie von Struze – auch Strauß – hatte das Schloss Pole oder Pfuhle zum Stammsitz. An dieses erinnert noch der zwischen Gröna und Kustrena gelegene Pfuhlsche Busch. Urkundlich genannt werden die Herren von Struze auf Pole von 1162 bis 1290; 1162 erscheint mit Heinrich Struz, einem Gefolgsmann Albrechts des Bären, erstmals ein Vertreter des Adelsgeschlechts. Im 14. Jahrhundert verschwanden die Struze aus der Gegend. Im Bernburger Salbuch von 1641 ist dann nur noch von einem wüsten Schloss die Rede. Die Überreste der mittelalterlichen Burg Pfuhle liegen noch im Pfuhlschen Busch; eine Gedenktafel erinnert daran.
Die Glockenstube ist auf der vorletzten Turmetage zu erreichen, wenn die Kirche sonnabends geöffnet ist.